D-Q6616

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Commentary

Vom Thema her nahe an Schlichtegrolls nächstem Aufsatz, SK13-047, anders jedoch im Ansatz.

Beide Male geht es um einen Unterordnung jugendlicher Sicht, die von Lebensdurst und damit Ehrgeiz und Idealismus geprägt ist unter einen weiseren „Greisenblick“ – ohne dass dem Jüngling dabei die edlen Motive abgesprochen werden: Er ist begierig höchste Ehre zu erringen (und diese mit Reichtum und äußerlichem Schein in Szene zu setzen), gerade da er aus der Position mehr für die Menschheit erreichen kann.

Tatsächlich gelte es jedoch einzusehen, dass all dies eitler Schein ist. Moralprediger könnten das den Jungen schlecht vermitteln, da sie den Verdacht auf sich zögen, lediglich eine angenehme Lebensform zu verdammen, die ihnen selbst verwehrt ist. In SK13-048 wird Schlichtegroll das am Beispiel des Jünglings durchspielen, der beim greisen Aristides Demut lernt, einem Mann, der im antiken Griechenland als Olympiaheld und Feldherr glänzte und dennoch die Verachtung des Gemeinwesens auf sich zog – und den eben diese Verachtung nicht in der demütigen Selbstachtung tangieren konnte.

Der vorliegende Aufsatz spricht die pädagogische Stoßrichtung der Darlegung offen einleitend an. Man benötigt Beispiele von Männern, die Ehre und Reichtum genossen und dennoch zur Erkenntnis kamen, dass all dies nichtig sei – und dabei das wahre Glück fanden.

Die Beispiele kommen aus der Geschichte und haben im Rückblick den Charme offensichtlicher und historisch erprobter Stereotypie – hier geben sie noch und ein weiteres Mal fest durchgestaltete Exempel, die Schlichtegroll eher der Aufgabe bewusst als schriftstellerisch geübt in Text umsetzt. Forschung und Ergründung findet dabei nicht statt.

Seneca tritt im Motto auf – der Machtpolitiker, der lange Zeit unter Nero an den politisch brisanten korruptionsnahen Entscheidungen teilnahm und dann zum Selbstmord gezwungen wurde. Er liefert mit Zeilen der ihm zugeschriebenen Machkritischen Tragödie das Motto.

Der Prediger Salomo wird das erste ausgestaltete Beispiel – und treu nach den Vorgaben der lutherischen Interpretation gelesen: Das Buch Salomo ist der Bericht des größten und weisesten Königs seiner Zeit, der offenbar in der Lage war, seine Position als leer und vergänglich zu erfassen.

Roms Kaiser Diokletian bietet das zweite Beispiel – bei dünner historischer Aktenlage, der zentrale der Tetrarchen: der Soldatenkaiser, der zwei Mitkaiser einsetzte und am Ende bei schwindender Machtbasis selbst abdankte und seine Mitregenten noch zum Rücktritt zwang. Überliefert ist, das Diokletian sich dem Kohlanbau am Ende seines Lebens in seiner dalmatinischen Heimat widmete. Als ihn Maximinian zum Wideranritt der Macht zu bewegen suchte, weigerte er sich, so die Fama, noch einmal als Regent zu dienen. Nicht deutlicher thematisiert ist dass Dikletian in die christliche Kirchengeschichte als Feind des Christentums einging.

Historisch näher liegt das Beispiel Kaiser Karls V., dessen macht sich im spanischen Expansionismus des frühen 16. Jahrhunderts bis nach Südamerika erstreckte und der militärisch gegen die Türken im Mittelmeer glänzte. Prekär wird hier passagenweise dass Karl ein ausgewiesener Regent des Katholizismus die Reformation bekämpfte. Narrative Interessen an Karl dem deutschen Kaiser drängen sich in den Vordergrund, doch kommt nun, wo Geschichtswissen anzubringen ist zunehmend das Darstellungsziel abhanden. Zurückgewonnen wird es mit den Schilderungen des Kaisers der abdankte und nach Spanien kommt – in den Herrschaftsraum seines ersten Sohns, der den Vater nach der Abdankung erniedrigt. Karl V. wir zelebriert als Mönch, der sich noch bis zum Ende kasteite (aus orthodox lutherischer, antischwärmerischer Sicht kaum zu vertreten). Ein Gegengewicht bildet seine Hinwendung zu den mechanischen Tätigkeiten, zur Arbeit der Hände an Gärten und an mechanischen Wunderdingen (denen die Mönche im Kloster, das er als letzten Lebensort wählte, mit Befremden ihrer abergläubischen, Wunderdinge annehmenden, Einfalt gegenüberstanden). Dienstpersonal habe er kaum noch gehabt, nachts gar sich den Weg selbst geleuchtet – hier gibt es andere Darstellungen wie die, die sich heute in Wikipedia zum Kloster von Yuste und seiner Akkommodation finden: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_von_Yuste

    Kaiser Karl V. erreichte am 11. November 1556 mit seinem Tross Tornavacas. Der Tross bestand aus einer Vielzahl von Reitern und Dienern, mit denen Karl V. in einer noch heute erhaltenen Sänfte in die abgelegene Region reiste. Karl V. trat während seiner Zeit in Yuste nicht in den Orden der Hieronymiten ein. Er lebte in einem kleinen, im italienischen Stil gehaltenen Palast, welcher für ihn direkt an das Kloster angrenzend erbaut worden war. Bis zur endgültigen Fertigstellung des Palastes lebte er übergangsweise in Jarandilla im Schloss des Grafen von Oropesa. Am 3. Februar 1557 konnte Karl V. in den fertiggestellten Klosterpalast übersiedeln. Eine Besonderheit des Palastanbaus ist eine Verbindungstür vom Schlafgemach zum Hauptaltar des Klosters. Der an Gicht leidende Karl V. konnte so die Messe von seinem Bett aus verfolgen. Auch wenn der Palast mit lediglich acht Zimmern relativ bescheiden ist, hat es dem Privatier nicht an Komfort gemangelt: Eine rund sechzigköpfige Dienerschaft kümmerte sich um den abgedankten Kaiser in seinem Alterswohnsitz.

Der Aufsatz mündet in der angekündigten pädagogischen Erfüllung mit dem Blick auf den Jüngling, der von diesen Beispielen sich bewegen lässt, väterliche Mahnungen erst zu nehmen und einen „Greisenblick“ anzunehmen – den Blick den nur die geben können, die höchste Höhen erreichten und dennoch sich nicht blenden ließen.

Die Verehrung, die der Mächtige genießt ist eitel – man kriecht vor ihm und schmeichelt ihm damit. Macht über Staaten und Meere mache jedoch nicht wahrhaft glücklich – glücklich im stoischen Sinne eines der Seele Ruhe gebenden Glücks. Ein solches findet sich nur im Herzen.

    …so werde er der Schüler lehrender Könige. Zu Morgen- und Abendland, in alten u[nd] neuen Zeiten rufen uns die Weisen unter ihnen von ihren Thronen u[nd] Palästen herunter u[nd] beweisens durch redende Thaten, nicht im Außenwerk,[1] u[nd] in dem Reichtum ihrer Häuser u[nd] Länder, [nicht] in der tiefen Verehrung, die um sie herum kriecht, und auf Augenwinke lauert, u[nd] in dem Herrscherblik über Staaten, u[nd] Nationen u[nd] Meere, das uns nicht da wohne das Glük, das uns ruhig u[nd] heiter mache, das allein wünschenswerth sey ist, – im Herzen, nur da – oder nirgends.

Weltabkehr ist an selber Stelle nicht mit ganzer Härte der Weltverachtung gepredigt – dazu taugen die Beispiele von bewunderten Herrschern nicht. Eher geht es hier um ein Ethos, da den Regenten zu einem von „Millionen“ anderen Menschen macht:

    er findet, was die Salomon u[nd] Diokletian u[nd] Karls u[nd] mit ihren Millionen von Großen u[nd] Kleinen vergebens suchten, was nur der wahre Weise kennt, was unsichtbar ist, wie die Gottheit, aber auch beglükend, wie sie – inneren Frieden.

…so die Wendung zur hier eigentümlichen philosophischen Innerlichkeit, die sich über die Geschichte herstellt. Sie wurde in einer Mischung aus überkommener Bildung und neuer Bildungsbürgerlichkeit Eingangs als Lehrerin angerufen:

    Die Muse der Geschichte, diese beste Lehrerin der Welt und des Weisen, ist so wohlthätig gewesen, uns jene wenigen Männer die vom Thron herab das Volk von dem wahren Werth der Dinge, dieser wichtigen Wahrhheit, belehrten, zu nennen. S[ie] hat ihre goldenen Worte in das große Buch geschrieben, das sie uns Schülern der Weisheit gab. Wir wollen diesen Unterricht nutzen; er führt uns zu dem, was wir suchen

…hier fällt der Aufsatz in den größeren Bereich der Geschichtshuldigungen.

Interessant, wenn man bedenkt, dass sich hier ein 20jähriger im Club der Staatsmänner ergeben positioniert – mit barocker Gelehrsamkeit wie romantisch-idealistischem Gestus…


Transcript


N:III


    Regem non faciunt opes,
    non vestis tyriae color.
    Rex est, qui metuit nihil.
    Hoc regnum quisque sibi dat.[2]

    Seneca



Wenn der Weise, der mit prüfender Hand den Werth der Dinge,
den Werth unsrer Freuden, der Gegenstände unsrer Wünsche ab-
weegt, und mit ungetäuschtem Aug ihren wahren Gehalt sieht,
wenn er seinen Brüdern die Decke vom Aug ziehen, u[nd] sie be-
lehren will,
von Wahrheit u[nd] Schein belehren will; so schel-
ten sie ihn einen grämlichen Mann, der hinter seinen Pulte
u[nd] Lampe hervor nur deshalb so auf jene Freuden schmähe, weil
er sie niemals genoßen habe. Sagt er ihnen, daß das glänzend-
ste Glük oft nur Schein, daß das wonach die mehresten
Menschen so geizig streben, oft Täuscherei sey, und weißt
er sie auf nähere Glüksquellen hin; so verlachen sie ihn und
meynen, er lehre nur so, weil seine eingeschränckte Lage
ihm verbiete, nach jenen allgemein gesuchten Gütern die
Hand auszustreken. Nun mag er reden, wie er will,
er kan oft das lezte nicht widerlegen, und findet keinen
Glauben. Ohne auf seine Lehre, seine Warnung zu achten,
stürzt sich der große Haufe daher der Menge der Vergnügen
nach, und will selbst erfahren, was wohl wahres an sei-
ner strengen Moral seyn möge. Wenn also diese Ungläu-
bigen überzeugt werden sollen, so müßen Männer auftreten,
in der schimmerndsten Lage gebohren, vom Glük gepflegt u[nd]
gros gezogen, vom Glük begleitet, vom Ueberfluß [u[nd] Verehren[3]] umgeben,
diese müßen von ihrer hohen Stufe, von ihren Goldbergen
herab,kurz aus der Fülle deßen hervor, was die Menge für|<2>
höchste Erdenseeligkeit hält, laut predigen, daß dies Eitelkeit sey,
Schatten, der entsteht, wenn man ein Licht herbeibringt, daß
nur in einem reinen liebenden, edelgesinnten Herzen das wahre
Glük wohne.

Die Muse der Geschichte, diese beste Lehrerin der Welt und des
Weisen, ist so wohlthätig gewesen, uns jene wenigen Männer
die vom Thron herab das Volk von dem wahren Werth der Dinge,
dieser wichtigen Wahrheit, belehrten, zu nennen. S[ie] hat ihre goldenen
Worte in das große Buch geschrieben, das sie uns Schülern der Weis-
heit gab. Wir wollen diesen Unterricht nutzen; er führt
uns zu dem, was wir suchen.

In dem frühen Alter der Welt tritt schon ein König auf,
der im Besiz aller Wollüste seiner Zeit, umgeben von den Schätzen
des Morgenlandes, geehrt mit dem Beinahmen des Weisesten,
ein beneidenswerthes Leben durchträumte; sein Ruhm ver-
breitete sich in die entferntesten Länder, seine Talente verehr-
te man, als die größten, die man kannte, sein Reichthum war
unermeßlich, seine Talente verehrte man, als die größten die
man kannte
und durch ihn umgaben Künste u[nd] Wissenschaften
seinen Thron. Ferne Könige kamen ihn zu bewundern, u[nd] der
Tempel, den er baute, war der Stolz des Orients. Er kam zum
Alter; er übersah die glänzende Bahn, die er durchlaufen hatte;
noch kein fehlgeschlagener Wunsch machte ihn mismuthig; das
Glük, was es so selten thut, hielt bei ihm aus; aber dennoch
verlor es seinen Glanz in den Augen Salomo’s; er sah es in
seiner nackten Gestalt dastehen, u[nd] predigte der Welt u[nd]
Nachwelt, daß alles eitel, ganz eitel sey.[4]

Die röm[ische] Geschichte, voll von dem, was eine Geschichte Inter-
eßantes haben kan, giebt uns mehrere Beispiele von großen
Staatsmännern, die, wenn sie das Zepter über den Weltkreis
aus der Hand gelegt hatten, zu ihren Fluren zurückkehrten, und
sich mit der Arbeit des Landmanns beschäftigten. Diokletian,[5] |<3>
ein weiser und groser Fürst, der die Hälfte von dem ungeheuren
Koloß der römischen Macht beherrscht hatte, der Revolutionen
bewürkte, Krieger u[nd] Triumphirer war, Diokletian, wurde
des Lärmens, das der Seele keinen Frieden giebt, müde des
eitlen Pomps, entkleidete sich von seinem schweren Purpur;
er bezog ein ruhiges Landgut. Hier beschäftigte er sich mit
unserer großen Mutter, der Erde, und bearbeitete ihren
fruchtbaren Schoos. Er aß von den Früchten, die seine Hand
baute, vergnügter, als da, wo nach Schiffe aus allen Weltthei-
len die Last seiner großen Tafel herbeifuhren. Maximinian,[6]
der alte ehrgeizige Mann, wollte ihn bereden, die Krone
wieder aufzusetzen; aber der weiland Kaiser antwortete
den Gesandten; er wünsche, Maximinian u[nd] sein Sohn,[7] möchten
nach Salona[8] kommen, u[nd] den schönen Kohl sehen, den er da baue;
sie würden gestehen müßen, daß er hier glüklicher als [au]f dem
Thron lebe. – Ihr Ruhmsüchtigen, er lehrte für Euch!

Aber ein anderes Beispiel, uns näher an Zeit und Ort, muß uns
wichtiger seyn, ein Monarch, der ehemals über unsere Väter herrschte.
Erlauben Sie mir, N[omina] N[ominanda],[9] sie mit der Geschichte so vertraut, durch
einige Züge an sein sonderbares glänzendes Bild zu erinnern.

Alles vereinigte sich, um das Leben Karl. V.[10] thatenreich, glanz-
voll u[nd] für ganz Europa wichtig zu machen. Ein junger rascher
Held, Herr einer großen Monarchie und Besitzer von den
Schätzen der neuen Welt bestieg er den Thron des teutschen
Weltreichs, um den auch der franzö[sische] Franz[11] buhlte; und das
gründete den unauslöschlichen Haß und die Eifersucht zwi-
schen ihnen beiden. Bald erneuerten sich die Unruhen über die
Religionsstreitigkeiten; wie ein zweiter Justinian[12] be-
schäftigte er sich auf den Reichstage mit dogmat[ischen] Strei-
tigkeiten, und er selbst suchte einen Mann zu widerlegen,
der mit kühnem Arm die Festen des Pabstthums erschüt-
terte. – Er siegte über seinen grosen Feind Franz, u[nd]|<4>
bekömt ihn bei Pavia gefangen;[13] im Gefühl seiner Uebermacht
erzwingt er einen harten Frieden von ihm. Als sich dieser
um sich zu rächen, mit welt[lichen] u[nd] geistlichen Mächten verband ,
schikte Karl den Konnetable von Bourbon[14] nach Italien u[nd] lies
den Pabst auf seiner Engelsburg ängstigen u[nd] Rom stürmen,[15]
aber die Mönche seiner Reiche mußten für ihr geistliches Oberhaupt
fromme Gebete thun. Er hielt einen Reichstag nach dem andern,
wo man über Ruh u[nd] Frieden der Religionspartheyen wenig-
stens
der Königreiche Europas entschied, wenigstens berath-
schlagte. Er gab Teutschland ein neues Gesezbuch der peinlichen
Rechte.[16] Er schlug die überlegnen Türken bei Linz.[17] Er schifte
mit dem großen Andreas Doria[18] nach Tunis, sezte Mulai Has-
san[19] wieder ein, machte Tunis zum span[ischen] Lehn u[nd] kehrte als
Sieger zurük. Nicht so einige Jahre darauf; er wollte zur See
gegen die Türken, u[nd] landete in Algier;[20] aber Araber und
Orkane schikten ihn mit Verlust und seine Schiffe zerstreut
wieder nach Spanien. Krieg u[nd] frieden mit Franz wech-
selten ab, bald war er in Paris, u[nd] genos mit ihm die Freuden
des Hofes, u[nd] bald darauf standen ihre Heere wieder gegen
einander. Nun zog er gegen seine Reichsfürsten u[nd] den
Schmalkad[ischen] Bund[21], u[nd] so mislich es um ihn stand, siegte er den-
noch bei Mühlberg, und behandelte den gefangenen Friedrich[22]
übermüthig genug (sein treuer Bundesgenoße, Moriz,[23]
unzufrieden, daß er so oft [nicht] Wort hielt, ward nun sein
Gegner, und [(gegen Moriz, seinen ehemaligen Bundesgenoßen verlohr p.)][24] der alte Sieger verlohr sein Kriegsglük;.)
eben so gegen Frankreich; er sah daß sich die Sonne zum Unter-
gang neigte; sein Sohn schien auf seinen Tod zu hoffen.
Die Unglüksfälle seiner lezten Jahre, die seinem ungemeß-
nen Ehrgeiz kränkend genug waren u[nd] sein Körper den
Wollust mit hatte zerstören helfen, bestimmten ihn immer
mehr, seinen mislichen Posten zu verlaßen; durch seinen|<5>
Kanzler D[octor] Seld,[25] handelte er mit dem Chur Kollegium, und
stieg von dem schwankenden Thron. Er schifte sich zu Seeland
ein, um in Spanien im Hieronymiten Kloster sein Leben zu be-
schließen, wo er mit wenigen Bedienten ein Haus von 6 Zimmern
bezog, davon 4. wie Mönchszellen meublirt waren. Die Kö-
nigin von England lud ihn dringend ein, in einem der Häfen
ihres Gebietes zu landen, und daselbst auszuruhen, und ihr
den Trost zu geben, ihn noch einmal zu sehen. Er schlug es
ihr ab; es kan, sagte er, einer Königin eben [nicht] angenehm seyn,
einen Schwiegervater[26] zu sehen, der nun ein bloßer Edelmann
ist. Als er in Biskaja ans Land stieg, warf er sich ganz auf
die Erde, küßte sie u[nd] sprach: Nackend bin ich von meiner Mut-
ter Leib gekommen, und nackend komme ich nun, du allgemeine Mut-
ter der Menschen wieder zu dir. Als er durch In Burgos, [wo er][27] durch-
reißete, besuchten erschienen einige vom span[ischen] Adel, um ihm aufzuwarten;
aber wenige u[nd] in nachläßigem Aufzug; er fühlte, daß er
nicht mehr der vorige Karl war. Eben daselbst lies ihn sein
undankbarer Sohn einige Wochen lang auf die erste Hälfte
seines geringen Jahrgelds warten; Karl hätte fast seine
Bedienten ohne Belohnung ihrer Treue von sich laßen müßen.
Als er vor vielen Jahren einmal beim Kloster S[anct] Yust[28] vor-
beigereißt war, hatte er gegen seine Begleiter die Anmer-
kung gemacht, daß dies ein Fleken sei, den Diokletian
mit Vergnügen zu seiner Ruhestätte hätte wählen können.
– Er erinnerte sich dieses Eindruks, u[nd] nahm jezt dahin seine
Zuflucht. Ein kleines Häuschen schlos nun den Monarchen
ein, dem vor kurzen noch eine halbe Welt gehorchte,
und doch seinem Ehrgeiz zu klein war. In 3 Welttheilen
fochten seine Heere, u[nd] Völker von 7 Sprachen ehrten seine Be-
fehle. Ganz Teutschland hatte er durchzogen, an der türk[ischen]|<6>
Gränze gekriegt, den rauchenden Aetna gesehen, die Küsten
von Afrika zittern gemacht, die Pyräneen und den App-
enin überstiegen, das Mittel, u[nd] Nordmeer durchschift,
und mit Wogen und mit Stürmen gekämpft. Europa
hatte ihn an der Spitze siegender Heere gesehen; er war dabei
gewesen, wo der Donner der Gestücke Geschwader von Menschen
hinraft, u[nd] wo das Blut der Tapfern in Bächen fließt.
Er kannte Schlachtengetümmel, Sieg u[nd] Flucht. Er hatte den
Becher der Wollust getrunken, geleert, er war das ganze Reich
des Vergnügens durchirrt. In seinem Kabinet lagen Pläne,
die den Weltkreis umfaßten, u[nd] Befehle denen die Völker beider
Hemisphären gehorchten. Ein halbes Jahrhundert hindurch hatte
er Europa die Ruhe genommen, die Königreiche eins ums andere
mit den Schreken seiner [unleserlich][29] u[nd] der Furcht seiner Macht
erschüttert. – Und das Andenken an all diese Herrlichkeit, u[nd] alle
die unendlichen Pläne schlummerten jezt in der engen Zelle. Er glich einem
Schiff, das dem Ocean furchtbar gewesen war, das alle Gefahren der See aus-
gestanden hatte, das in allen Häfen seine Flagge wehen lies, u[nd] das jezt in
einer unbekanten Bucht eingelaufen war. Er hatte die Pracht des
Hofs verlaßen, und sie ihn wieder. Einst hielt er in seiner Einsamkeit
mit dem Kanzler, D[octor] Selt, den er überaus liebte, ein Gespräch, und die
Mitternacht kam darüber herbei. Als Selt fortgieng, war [nicht] einmal
ein Bedienter im Vorzimmer, der ihm hätte leuchten können, u[nd] Karl, mit
dem Licht in der Hand, begleitete ihn die Treppe herunter. Kein Be-
dienter in dem Vorzimmer Karls, das sonst von Generalen, u[nd] Räthen
u[nd] Grands wimmelte! – – Wenn ihn die Gloke zur Meße
rief, wenn er ein Werk der Devotion zu verrichten hatte, wie streng
war er da, wie sehr vergas es doch der Büßende, das er ehemals ein
Gott der Erde war. Mechani[sche] Arbeiten, in denen er sehr ge-
schikt war, füllten manche Stunde aus. Mit Hülfe eines Künstlers
Turriano,[30] der ihm in seine Einsamkeit gefolgt war, macht er die
nüzlichsten Maschinen; zuweilen auch mechanische Kunststüke, als|<7>
Puppen, die sich von selbst durch Federn bewegten, zu [nicht] geringen Erstau-
nen der unwißenden Mönche, die ihn u[nd] seinen Künstler in dem Verdacht
hatten, daß s[ie] müßten mit unsichtbaren Mächten im Bunde stünden. Sonst
spielte er mit dem Glük der Länder, mit Friedensschlüßen u[nd] Völkerver-
trägen; jezt mit – Puppen. – Er machte sogar Uhren : er sah, daß
ohnerachtet vieler Versuche, nie 2 seiner Uhren vollkommen gleich gien-
gen : u[nd] doch, sprach er, hab ich so viel Zeit u[nd] Mühe verlohren, Men-
schen zu einer vollkommenen Einförmigkeit im Denken über verwickelte
Religions-Lehren zu bringen. – Die Pflanzen seines Gartens
wartete er mit eigener Hand selbst; in der Hand, in der er sonst das Scepter
vieler Provinzen hielt, ruhte jezt ein Grabscheid.[31] Zuweilen
ritt er auf einem kleinen Pferd, dem einzigen, das er hatte, und
in Begleitung eines Bedienten zu Fuß, mit denen er allen wie
mit Brüdern umgieng, in das nahegelegne Holz. – Die Schriften
des heiligen Augustins u[nd] Bernhards, u[nd] Gespräche über Religions-
lehren mit seinem Beichtvater u[nd] dem Prior des Klosters, beschäftig-
ten ihn oft. Gegen das Ende seines Lebens wurde er schwächer an
Seel u[nd] Leib; er kasteite sich, er züchtigte sich, u[nd] zwar so, daß
man nach seinem Tod die Geißel seiner Büßungen mit Blut ge-
färbt fand. Noch einmal erwachte sein Stolz mit einem schwärmerischen Religions-
gefühl vermischt; er lies sein Leichbegängnis prächtig feiern u[nd] ganz
Spanien mußte mit trauern. Diese Feierlichkeit griff ihn so an, daß er
bald drauf wirklich starb, u[nd] in dem Gewölbe der Kapelle begraben
ward, wo er als büßender Mönch oft betete. Wollen wir es
wagen, ihn in seiner Zelle, die Feile [?] od[er] das Psalmbuch in der Hand,
oder unter seinen Frühlingsblumen u[nd] Blüthenbäumen unglük-
licher zu nennen, als da, wo von seinen Wirken das Schiksaal
der Völker noch abhing?

Wenn man nun auf die Menschen zurücksieht in den niedern Stän-
den, wie sie treiben u[nd] drängen u[nd] Tag u[nd] Nacht darauf denken,
um dem andern einen Vortheil zu entreißen, u[nd] sich ihn
zuzueignen, um einen Titel mehr zu haben als der Nachbar,|<8>
oder einen Schritt weiter oben zu stehen, wie muß man da lächeln
über die armen Blinden. Wenn sie doch den Schleier vom Aug
nähmen, und das, was sie umgiebt, mit ungetäuschtem
Aug ansähen; aber sie wollen [nicht] hören, als bis nach errunge-
nem Scheinglükgut, in den Tagen des Alters, das Bekänntnis sich ihnen
aufdrängt: ihr wart Thoren!

Den Jüngling mit dem Feuerblut in seinen Adern, mit dem thätigen
muntern Geist u[nd] dem Fremdlingsblik, den er mit in diese ihm
neue Welt bringt, kan leicht der Schein der Täuscherei auf einen Weg
hinloken, der der Weg der Weisheit nicht ist. Wenn ihn der Unter-
richt des weisen VatersLehrers, die Warnung des greisen Vaters, [nicht] wichtig
genug, [nicht] genug aus Erfahrung gesagt zu seyn dünken, o, so werde
er der Schüler lehrender Könige. In Morgen- und Abendland, in alten u[nd] neuen
Zeiten rufen uns die Weisen unter ihnen von ihren Thronen u[nd] Palästen
herunter u[nd] beweisens durch redende Thaten, nicht im Außenwerk,[32] [nicht]
in dem Reichtum ihrer Häuser u[nd] Länder, [nicht] in der tiefen Verehrung, die
um sie herum kriecht, und auf Augenwinke lauert, [nicht] in dem Herrscher-
blik über Staaten, u[nd] Nationen u[nd] Meere, das uns nicht da wohne
das Glük, das uns ruhig u[nd] heiter mache, das allein wünschenswerth
sey ist, – im Herzen, nur da – oder nirgends. Weit entfernt, dieser
Lehre zu folge ganz verächtlich auf Erdenglük u[nd] Glanz herabzusehen,
u[nd] in den Jünglingsjahren schon Einsiedler zu werden, wird da-
durch der junge Weise nur vorsichtiger auf seinen Gang. Wer wollte
es tadeln, wenn er im Gefühl seiner Kräfte nach einem Wir-
kungskreis ihnen angemeßen strebt, wenn er das Äußere [nicht] von
sich wegstößt, das mit jenem verbunden ist, wenn vom Wunsch,
einst hoch zu stehen, um weit reichen, weit Gutes wirken zu kön-
nen, ihm zuweilen das Herz klopft; nein, er gehe mit raschem Schritt
den Weg zum Tempel des Ruhms u[nd] der äusern Ehre, wenn ihn
sein Herz u[nd] sein Schiksaal dahin führt; aber mit Greisesblik
sehe er über ihn hinweg zum fernen grosen Ziel hin, wo er findet,
was die Salomone u[nd] Diokletiane u[nd] Karls u[nd] mit ihren Millionen
von Großen u[nd] Kleinen [nicht] fanden vergebens suchten, was nur
der wahre Weise kennt, was unsichtbar ist, wie die Gottheit, aber
auch beglükend, wie sie – inneren Frieden.

S.

Notes

  1. Adelung: „Das Außenwêrk, des -es, plur. die -e, in der Kriegsbaukunst, ein Werk, welches außer dem Graben des Hauptwalles angebracht wird“.
  2. Einen König machen keine Reichtümer/ noch Gewänder von Tyrischer Farbe/ König ist wer nichts fürchtet/ eine Solche führt man über sich selbst aus. <Übersetzung suchen>“ Das Motto zieht die Zeilen 344-345 und 388/390 aus Seneca Tragödie Thyestes zusammen und kürzt dabei Passagen heraus. Hier mit dem nächsten eliminierten Kontext nach der Ausgabe Johann Caspar Schröders mit dem Kommentar von Friedrich Gronovius (Delphis: Adrian Beman, 1728): „Regem non faciunt opes,/ Non vestis Tyriae color,/ Non frontis nota regia,/ Non auro nitidae fores;/ Rex est qui posuit metus,/ Et diri mala pectoris:/ Quem non ambitio impotens,/ Et nunquam stabilis favor/ Vulgi praecipitis movet. […] Rex est qui metuet nihil,/ rex est qui cupiet nihil:/ hoc regnum sibi quisque dat.“
  3. Einfügung am Rand.
  4. Bezug auf das dem Prediger Salomo im Alten Testament zugeschriebene Buch, in dessen Passagen mehrfach das „alles eitel, ganz eitel“ als Schlusssumme erscheint.
  5. Quellensuche hier noch mal nötig – die römische Geschichtsschreibung ist an dieser Stelle sehr dünn, man muss in Literatur des 18. Jhs. Nachsehen, worauf die sich bezog.]
  6. Auch hier noch Nacharbeit nötig: Marcus Aurelius Valerius Maximianus (geb um 240 bei Sirmium, heute Sremska Mitrovica, in Pannonien; gest. 310 in Gallien), genannt Herculius, war vom 1. März 286 bis zum 1. Mai 305 zusammen mit Diokletian Kaiser des Römischen Reichs. Diokletian setzte Maximianus als Kaiser unter seiner Autorität ein und erwirkte im Mai 305 den gemeinsamen Rücktritt. 307 installierte sich Maximian erneut zum Kaiser, 308 wurde er abermals von Diokletioan auf der Kaiserkonferenz von Carnutum zur Rücktritt gezwungen, ließ sich dann jedoch von seinen Soldaten erneut auf den Thron heben. 310 wurde er von Konstantin zum Selbstmord gezwungen. #Unklar, wann er laut welcher Quelle Diokletian erfolglos zur erneuten Machtausübung bewegt haben soll.
  7. Marcus Aurelius Valerius Maxentius (geb. um 278; gest. 312), Sohn des Kaisers Maximian ließ sich am 28. Oktober 306 in Rom zum Kaiser ausrufen und herrschte bis zum 28. Oktober 312 über Italien und Nordafrika, zeitweise auch über Spanien. Vom ranghöchsten Augustus Galerius wurde er nicht als Kaiser anerkannt und führte daher einen permanenten Bürgerkrieg. Zugleich kümmerte er sich intensiv um Italien, seine Machtbasis, und ließ in der Stadt Rom, seiner Residenz, große Bauten errichten. Er starb in der Schlacht an der Milvischen Brücke im Kampf gegen Konstantin den Großen.
  8. Salona, Metropole der römische Provinz Dalmatien, im südöstlichen Teil der Adriatischen Küste befindet; in der Zeit der Völkerwanderung verlassen. Später entstand östlich der Ruinen die mittelalterliche Stadt Solin, die heute an die Stadt Split grenzt.
  9. Zu benennende Namen.
  10. Karl V. (geb. 24. Februar 1500 in Gent; gest. 21. September 1558 im Kloster San Jerónimo de Yuste, Extremadura) aus dem Hause Habsburg war von 1516 an König Karl I. von Spanien, 1519 zum römisch-deutschen König gewählt; ernannte sich 1520 selbst zum „erwählten“ Kaiser des Heiligen Römischen Reiches; 1530 offiziell durch Papst Clemens VII. in Bologna zum Kaiser gekrönt. Am 23. August 1556 verzichtete er zugunsten seines Sohnes Philipp II. auf den spanischen Thron und zugunsten seines Bruders Ferdinand I. auf die Kaiserwürde. #Mehrfach in den Aufsätzen als Beispiel genommen – auch hier nachforschen, welche Quelle dahinter.
  11. Franz I., (geb. 12. September 1494 auf der Burg Cognac; gest. 31. März 1547 in Rambouillet), wurde 1515 in der Kathedrale von Reims zum König von Frankreich gekrönt und regierte bis zu seinem Tod 1547.
  12. Flavius Petrus Sabbatius Iustinianus (geb. um 482 in Tauresium bei Justiniana Prima; gest. 14. November 565 in Konstantinopel), ab dem 1. August 527 römischer Kaiser. Der Bezug gilt der Christianisierungspolitik – Justinian verfasste angeblich selbst theologische Traktate und leitete Kirchenversammlungen.
  13. Franz I wurde am 24. Februar 1525 in der Schlacht bei Pavia gefangengenommen. Für seine Freilassung musste er 1526 den Frieden von Madrid schließen in dem er Karl V. den Besitz Mailands, Genuas, des Herzogtums Burgund und Neapels zugestand. Er wiederrief jedoch die Zugeständnisse nach seiner Freilassung als erzwungene.
  14. Charles III., Herzog von Bourbon-Montpensier (* 17. Februar 1490; † 6. Mai 1527 in Rom), genannt der „Connétable von Bourbon“, war ein französischer Politiker und erfolgreicher Heerführer.(Wikipedia)
  15. Der sog. “sacco di Roma”
  16. Die 1632 verabschiedete, meist als (Constitutio Criminalis) Carolina bezeichnete Peinliche Halsgerichtsordnung.
  17. Andrea Doria (geb. 30. November 1466 in Oneglia; gest. 25. November 1560 in Genua), deutsch auch Andreas Doria, genuesischer Admiral und Fürst von Melfi; befehligte als kaiserlicher Admiral mehrere Einsätze gegen die Osmanen; eroberte Koroni, Patras und Tunis, wobei er 1535 beim Tunisfeldzug 20.000 von den Osmanen als Sklaven gehaltene Christen befreite.
  18. Muley Hasan aus der Dynastie der Hafsiden in Ifriqiya, Kernbereich des heutigen Tunesien wurde durch die Eroberung von Tunis 1535 auf dem Thron zurückgebracht – ohne dass damit eine stabile Herrschaft installiert wurde. Muley Hasan wurde 1542 von seinem Sohn entmachtet. Khair ad-Din Barbarossa gewann seinerseits die Herrschaft im nordafrikanischen Mittelmeerraum rasch wieder zurück.
  19. Ereignisse des Jahres 1541…
  20. In der Schlacht bei Mühlberg besiegte das Heer Kaiser Karls V. am 24. April 1547 die Truppen des Schmalkaldischen Bundes. Der Führer der Protestanten, Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen, geriet in Gefangenschaft und verlor im Nachgang der Ereignisse seine Kurwürde.
  21. Herzog Moritz von Sachsen, Bündnisgenosse Karls, an ihn fielen namentlich Besitzungen des Ernestiners Friedrich, dessen Familie mit dem Naumburger Vertrag auf Besitzungen in Thüringen eingeschränkt wurde.
  22. Die oben in eckigen Klammern eingefügte Textpassage findet sich im Manuskript als Marginalie mit einem Pfeil in den Text hinein, ohne dass dabei vollkommen klar wird, wie der Ursprungstext in der Klammer mit der Revision umgestaltet werden soll.
  23. Georg Sigismund Seld (Seldius) Reichsvizekanzler, geb. 21. 1. 1516 Augsburg, gest. 25. 5. 1565 Wien, stand ab 1547 in kaiserlichen Diensten und war seit etwa 1550 Reichsvizekanzler unter Karl V., Ferdinand I. und Maximilian II.
  24. Die dynastischen und politischen Beziehungen zwischen Maria (der katholischen) und Karl V. waren komplex. Als junges Mädchen war sie als Ehefrau des älteren Karls V. im Gespräch, erwachsen heiratete sie am 25. Juli 1554 in dessen zweiter Ehe seinen ältesten Sohn, Phillip II. von Spanien. Wiederholt hatte es enge diplomatische Beziehungen zwischen ihr und Karl V, gegeben, unter anderem unter der Frage eines Lebens ihrerseits außerhalb Englands – verbunden mit einem Thronverzicht. Karl sicherte ihr hier politische Deckung gegenüber Englands Adel zu, dem sie misstraute.
  25. Einfügung nach Randbemerkung.
  26. Das Kloster San Jerónimo de Yuste, in der Provinz Cáceres, Extremadura, das Hieronymiten-Kloster, das Kaiser Karl V. ab dem November 1556 bis zu seinem Tod im September 1558 als Refugium diente.
  27. Das Wort ist überschrieben und daher unleserlich; zuvor stand dort wahrscheinlich Macht.
  28. Juanelo Turriano (geb nach 1500 in Cremona; gest. 13. Juni 1585 in Toledo; auch: Gianello Torriano oder Giovanni Torriano). Uhrmacher, Mechaniker und Automatenbauer; für Kaiser Karl V. wie dessen Sohn König Philipp II. von Spanien tätig.
  29. Adelung: „Das Außenwêrk, des -es, plur. die -e, in der Kriegsbaukunst, ein Werk, welches außer dem Graben des Hauptwalles angebracht wird“.