D-Q2612

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Commentary

Voigt informs of Bode's death and introduces himself as the executor of his will.

Transcript


Vorhandenen mündlichen und schriftlichen
Nachrichten zu Folge hat der Verstorbene
einigemal im Begriffe gestanden, alle An-
sichten und sogar persönliche Gefahren dem
gemeinsamen grössern Besten aufzuopfern
und gewisse Entdeckungen öffentlich bekannt
zu machen. Aber seine unterthänigte [?]
zutrauliche Verehrung Eurer Herzogl. Durchl.|<3>
und die Ueberzeugung, daß vorzüglich Höchstdero
persönliche große Kenntniß und fürstlicher Edelmuth
hierüber zum Besten der Mitwelt vin sichersten
disponireb könne, hat ihn bewogen, sein ganzes
handschriftliches Archiv der Freymaurerey und
Büchersamlung über geheime Gesellschaften, Ew.
Herzogli. Durchl. unterthänigst zu offeriren, und
Höchstdiselben haben die Gnade gehabt, (nach der
mündlichen Versicherung des Verstorbenen und nach
einem vorhandenen Briefe des Herrn von der Lühe)
jene Samlung um 1500 Rthl. zu acceptieren.

Ich war vordemauch in diese Geheimnisse
eingeweiht und genoß des besondere vertrauens
des Verstorbenen. Nicht also nur sein Auftrag,
sondern auch die Obliegenheit gegen das ehrwürdige
Institut der Freymaurerey, und vor allen andern
meine Devotion gegen Ew. Herzogl. Durchl.
machten es mir zur Schuldigkeit, sogleich
nach Bode's Ableben mit Zusicherung zweyer
Ordensbrüder und Freunde des Verstorbenen, den
Steuerrath Ludecus[1], und Oberconsistorialrath Böttger[2]
das in einem besondern Schrank enthaltene Archiv
zu versiegeln; ja selbst den gestrigen zweyen Rath
über alle Scripturen des Verstorbenen durch-
zusehen und alle Aufsätze und Briefschaften,|<4>
die in OrdensGeschäfte einschlagen, zu separ[riren]
und in den Archivschrank beyzulegen.

Die verwittwete Frau Gräfin von Bernstorff[3]
TestamentsErbin des Verstorbenen, jedoch so [daß]
der Vortheil seiner kleinen Nachlasschaft der
nägsten bedürftigen Blutsverwandten desselben zu-
gute kommen soll. Die Frau Gräfin hat [***]
Geschäft gern zugelassen, da sie hierin von
der Willensmeinung des Verstorbenen unter-
richtet war.

Ich überlasse das, was ich thun können und
sollte, zu Ww. Durchl. gnädigen
Beurtheilung, mit unterthänigster Bitte, mich
darüber, was Höchstdieselben zu Ueberkom-
men obgedacchter S[***] besorgt wissen
wollen, mit gnädigstem Befehl zu beehren.
Die [...]

Notes

  1. Johann August Ludecus Item:Q708.
  2. Carl August Böttiger Item:Q11197.
  3. Charitas Emilia von Bernstorff Item:Q14192.